Die Gründe, die einen Menschen dazu bewegen, sich vegan zu ernähren, sind sehr vielseitig.
1. Tierleid
Während sich in unserer Gesellschaft binnen der letzten 100 Jahre zumindest eine gewisse Sensibilität für Rassismus und Sexismus herausgebildet haben und wenigstens theoretisch erkannt wurde, dass Menschen mit nicht-deutschen Wurzeln keine Lebewesen zweiter Klasse sind, ist diese Erkenntnis gegenüber Erdbewohnern anderer Spezies leider nicht all zu weit.
Nichtmenschliche Tiere werden wie Gegenstände behandelt (aus juristischer Sicht sind sie es sogar), gequält, getötet und gegessen. Sie sterben qualvoll für menschliche Zwecke, wie Nahrung, Kleidung oder Unterhaltung.
Weil dieses Verbrechen immer mehr Menschen bewusst wird, ernährt sich eine wachsende Anzahl von ihnen vegetarisch, um nicht mehr für den Tod von denkenden und fühlenden Lebewesen mitverantwortlich zu sein. Diese Erkenntnis ist zweifelsfrei eine sehr wichtige und ein sehr bedeutsamer Schritt. Aber eben leider nur das: ein Schritt in die richtige Richtung. Der Grund, warum Vegetarismus nicht ausreicht, um aus dem blutigen Geschäft der Massentierhaltung auszusteigen, liegt verborgen im "Kleingedruckten" der Milch- und Eierindustrie. Was passiert mit einer Milchkuh, wenn sie ausgedient hat, was passiert mit ihrem Kalb und worin unterscheiden sich die wenigen Quadratmeter finsterer Stallboden der Milchkuh, von den grausamen Bedingungen, unter denen eine "Fleischkuh" gehalten wird? Was geschieht mit den über 40.000.000 Küken, die jedes Jahr in Deutschland mit dem "falschen" Geschlecht geboren werden?
Wenn sich jemand diese Fragen stellt, wird diesem jemand kurz darauf klar, dass Vegetarismus nur die unmittelbare Tötung von Tieren vermeidet, sie indirekt aber wie gehabt fördert.
Deshalb: jedes Ei, auf welches du verzichtest, jedes Glas Milch, das du durch Sojamilch ersetzt und jede Lederjacke, die du nicht kaufst, rettet Leben!
2. Menschheit
Es gibt große Teile des Planeten auf denen jedes Jahr viele Millionen Menschen wegen Unterernährung und fehlendem Trinkwasser sterben. Wenn die Bilder von abgemagerten Kindern kurz vor Weihnachten über unsere Fernsehgeräte flimmern, ist der Zuschauer betroffen und spendet ein paar Euro an eine Hilfsorganisation, um sein Gewissen zu beruhigen. Dabei übersieht er leider immer einen bedeutenden Faktor: Der Grund, warum Menschen in anderen Teilen der Welt verhungern liegt bei uns, genauer in unserem Überkonsum.
Die Produkion tierischer Nahrungsmittel verschlingt Unmengen an Ressourcen. So benötigt man für ein einziges Kilogramm Rindfleisch 16.000 Liter Wasser und 16 kg Getreide. Der männliche Deutsche konsumiert im Schnitt 103 Gramm Fleisch pro Tag. Anders ausgedrückt: der Durchschnitts-Deutsche verbraucht täglich indirekt acht Badewannen Trinkwasser nur für seinen Fleischkonsum. Wenn man sich mit diesem Hintergrundwissen vor Augen führt, dass die Viehzucht in den "Dritte Welt-Ländern" zur Erzeugung von Exportgütern betrieben wird, ergibt sich eine direkte Verknüpfung zwischen dem Ressourcenmangel/Welthunger und dem Konsum von Fleisch- und Milchprodukten. Tatsächlich könnte die Welt gerade einmal 3,2 Milliarden Menschen mit einer fleischbetonten Ernährung versorgen. Veganismus rettet also nicht nur Tier- sondern auch Menschenleben.
3. Umwelt
325.000 km² Regenwald werden jedes Jahr gerodet, um auf diesem Boden Futtermittel für die Tierzucht zu produzieren. Heruntergerechnet bedeutet dies, dass jeder einzelne 250g-Burger fünf Quadratmeter Regenwald auf dem Gewissen hat.
Alleine in Deutschland fallen jährlich in der Massentierhaltung über 300.000.000 Tonnen Fäkalien an. Fäkalien, die das Grundwasser und die Böden vergiften, die voll mit Rückständen jener Medikamente und Hormone sind, die in der Viehzucht tonnenweise Verwendung finden. Wenn Trinkwasser unser wertvollstes Gut ist, sollte der Mensch darüber nachdenken, ob es so sinnvoll ist, dieses mit den Abfällen der Massentierhaltung zu verschmutzen.
Die Treibhausgase, welche vor allem von Kühen in der Massentierhaltung freigesetzt werden, tragen mehr zur Klimaerwärmung bei, als sämtliche Autos und Flugzeuge auf dem Planeten. Die Welternährungsorganisation der UN schätzt, dass diese Emissionen tatsächlich 18% des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen betragen.
4. Gesundheit
Neben dem bereits angesprochenen Medikamentencocktail, den der Konsument bei jedem Fleisch- und Milchkonsum zu sich nimmt, gibt es noch andere Faktoren, die das Essen tierischer Produkte als gesundheitsschädlich darstellen. So ist die häufigste Todesursache in den westlichen Industriestaaten eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems (46% aller Todesfälle). Zwei mögliche Resultate hiervon sind Schlaganfall und Herzinfarkt. Dem überwiegenden Teil dieser Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt eine Basisursache zugrunde, nämlich die Atherosklerose oder Gefäßverkalkung. Diese wiederum in maßgeblichem Maße mit den Mengen von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren zusammen, die ein Mensch zu sich nimmt. Diese kommen vor allem in Fleisch sowie Milchprodukten vor, während ihre Konzentration in pflanzlicher Nahrung verschwindend gering ist. So verwundert es nicht, dass zahlreiche Studien gezeigt haben, dass derartige Krankheiten bei Menschen die auf Tierprodukte verzichten, deutlich seltener vorkommen.
